3 Herzen

3 coeurs (2014), Frankreich
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Romanze / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Wild Bunch / Central

3 Herzen Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Glück im Unglück: Als Marc (Benoît Poelvoorde) seinen Zug nach Paris verpasst, begegnet er der geheimnisvollen Sylvie (Chiara Mastroianni) am Bahnsteig einer französischen Kleinstadt in der Provinz. Aufregend und doch harmonisch verbringen die beiden Fremden eine schlaflose Nacht, in der sie durch die Straßen streifen und über Gott und die Welt reden – nur nicht über sich selbst. Bevor Marc in den ersten Zug nach Hause steigt, ringt er Sylvie das Versprechen ab, ihn ein paar Tage später in Paris zu treffen. Doch durch widrige Umstände verpasst Marc die schöne Unbekannte am vereinbarten Treffpunkt. Auf der Suche nach seiner Seelenverwandten läuft er in die Arme einer anderen: Sophie (Charlotte Gainsbourg). Als Marc und Sylvie sich wiedersehen, stellt sich zwar die alte Vertrautheit ein, doch etwas trübt die Wiedersehensfreude: Marcs neue Freundin Sophie ist Sylvies Schwester…

Benoit Poelvoorde, Charlotte Gainsbourg und Catherine Deneuve | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | 3 Herzen

DVD
3 Herzen 3 Herzen
DVD Start:
25.02.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 105 min.

Filmkritik 3 Herzen

Filmwertung: | 4/10


Der französische Regisseur Benoît Jacquot gilt durch Filme wie "Villa Amalia" (2009) und "Leb wohl, meine Königin!" (2012) als Frauenregisseur und somit in der Tradition des Großmeisters Francois Truffaut. Daher reizte es ihn besonders, einmal eine männliche Hauptfigur in den Mittelpunkt eines Filmes zu stellen und so entstand sein neuester Film "3 Herzen" (Originaltitel: "3 Coeurs", Frankreich, 2014).

Marc (Benoît Poelvoorde) verpasst seinen Zug nach Paris und steckt so eine weitere Nacht in der französischen Provinz fest. Auf seinem nächtlichen Streifzug durch die Stadt lernt er Sylvie (Charlotte Gainsbourg) kennen und sie verbringen eine schöne und knisternde Nacht miteinander. Ohne ihre Namen zu kennen, verabreden sie, sich in einer Woche in Paris zu treffen, doch Marc erleidet einen Herzinfarkt und verpasst so seine Chance. Auf der Suche nach ihr begegnet ihm Sophie (Chiara Mastroianni) und er verliebt sich in sie und baut sich ein Leben mit ihr auf. Doch was ihm erst spät klar wird und seine Gefühlswelt völlig auf den Kopf stellt, ist die Tatsache, dass Sophie die Schwester von Sylvie, seiner unerfüllten Liebe, ist.

Der Regisseur Benoît Jacquot schrieb zusammen mit Julien Boivent das Drehbuch zum Film "3 Herzen". Dies entstand aus einer Ansammlung von Wünschen, was in seinem neuesten Film vorkommen sollte. Er wünschte sich einen zeitgenössischen Film, einen Film, der in der Provinz spielt und eine Geschichte, die von einem männlichen Hauptdarsteller und seiner heimlichen Liebe handelt. Leider beschreibt das dann auch schon die ganze Handlung. Ein Mann kommt in die Provinz und verliebt sich. Diese Liebe bleibt unerfüllt, dafür nimmt er die Schwester zur Frau. So wenig Spannung, wie diese Beschreibung offenbart, besitzt auch der Film. Der Regisseur hofft darauf, dass die Spannung aus der Wahrheit, die nur der Zuschauer kennt, entsteht, doch trotz dramatischer Musikuntermalung schafft es die Geschichte an keiner Stelle an Fahrt zu gewinnen. Alle Szenen verhalten sich gedämpft und abgestumpft. Der Regisseur selbst möchte mit seinem Film Genregrenzen überwinden und "3 Herzen" zwischen Melodram und Thriller verortet sehen Doch auch wenn bestimmte Kamerafahrten und der allseits präsente und aufdringliche Musikeinsatz Thrillerelemente evozieren sollen, bleibt der Film nur ein schnödes Melodram, das von einem Mann handelt, der sich nicht zwischen zwei Frauen entscheiden kann und so sein Leben verwirkt. Hinzu kommt noch die grau-blaue Ausgestaltung. Man hat oft das Gefühl, dass es dem Film an Farben und Wärme fehlt. Dies trifft ebenfalls auf die Charakterzeichnung der Hauptfigur zu. Diese wirkt in ihrem Tun unsympathisch und verhält sich oft manisch. Sein Schicksal kann den Zuschauer damit aber einfach nicht fesseln. Durch seinen Fokus auf den männlichen Hauptdarsteller hat der Regisseur die Frauenfiguren zu reinen Staffagen verkommen lassen. Sie scheinen selber keinen eigenen Handlungsspielraum zu besitzen und fügen sich den Wünschen des Mannes. Dies ist besonders tragisch, wenn man bedenkt, mit welchen talentierten und hochkarätigen Schauspielerinnen die Frauen besetzt sind. Gainsbourg, Mastroianni und Catherine Denevue, spielt die Mutter der beiden, könnten viel Stärke vermitteln und dem Film Energie geben, doch ihre handlungsarmen Figuren können davon kaum etwas transportieren. Trotz dieser Kritik muss man den vier Darstellern immer noch Tribut zollen, da sie gut spielen und ihren Figuren, soweit es möglich ist, Leben einzuhauchen vermögen. Im Gesamten ist ein Film entstanden, der versucht, Alltägliches als Thriller zu inszenieren und an diesem Ambitionen zu scheitern scheint und so nur ein langweiliges Melodram gworden ist, welches vor allem durch seinen unsympathischen Hauptcharakter gekennzeichnet ist.


Fazit:
Der französische Film \"3 Herzen\" versucht krampfhaft Spannung zu erzeugen, wo keine ist. Trotz des berühmten und guten Schauspielerensembles kann der Film mit seinem unsympathischen Hauptdarsteller und wenig Handlung den Zuschauer nicht unterhalten und nicht für seine Figuren begeistern.
by

Bilder © Wild Bunch / Central