12 Years a Slave

12 Years a Slave (2013), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama / Historienfilm
Kinostart Deutschland: - Verleih: Tobis Film

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12 Years a Slave Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Saratoga/New York, Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Afro-Amerikaner Solomon Northup lebt ein einfaches aber glückliches Leben als freier Mann. Als zwei Fremde den virtuosen Geigenspieler für einen Auftritt engagieren und danach noch auf einen Drink einladen, schöpft Solomon keinerlei Verdacht. Umso größer ist sein Entsetzen, als er sich am nächsten Morgen in Ketten gelegt auf einem Sklavenschiff Richtung Louisiana wiederfindet! Jeder Hinweis auf seine verbrieften Freiheitsrechte verhallt ungehört: Solomon wird verkauft und muss unter schlimmsten Bedingungen Fronarbeit leisten. Zwölf lange Jahre sucht er nach einem Weg, sich aus der Gefangenschaft zu befreien und dabei zu überleben... Wird er seine geliebte Familie jemals wiedersehen?

Michael Fassbender, Brad Pitt und Benedict Cumberbatch | mehr Cast & Crew


12 Years a Slave - Trailer


12 YEARS A SLAVE | Trailer (Original)


DVD und Blu-ray | 12 Years a Slave

Blu-ray
12 Years a Slave 12 Years a Slave
Blu-ray Start:
16.05.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 134 min.
DVD
12 Years a Slave 12 Years a Slave
DVD Start:
16.05.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik 12 Years a Slave

Filmwertung: | 9/10


Wer sich mit der amerikanischen Geschichte auseinandersetzt erkennt schnell, dass diese von der Sklaverei durchzogen ist. Zwischen 1501 und 1866 wurden über 400.000 Afrikaner nach Amerika verschifft und bis zur Niederlage der Südstaaten im Bürgerkrieg (1861-1865) als Sklaven zur Arbeit auf den Zuckerrohr- und Baumwollplantangen gezwungen. Mehr als 101 Flüchtlinge veröffentlichten nach Wiedererlangung der Freiheit Bücher, in denen sie ihr Schicksal verarbeiteten. Auch Solomon Northups schrieb die Geschichte über sein Leben als freier Mann, seine Versklavung und die Wiedererlangung seiner Freiheit nieder. Im Januar 2013 verwirklichte Quentin Tarantino seinen Traum von einem eigenen Spaghetti-Western und inszenierte stilsicher mit „Django Unchained“ die unbarmherzige Geschichte eines Sklaven (Jamie Foxx). Erschreckend wurde die Sklaverei mit gnadenlosen Szenen zum Leben erweckt. Filmemacher Steve McQueen („Shame“) greift ebenfalls mit seinem Drama „12 Years a Slave“ die Thematik des Sklavenhandels auf und inszeniert ein plakatives Meisterwerk über ein Stück Zeitgeschichte. Basierend auf dem 1853 veröffentlichten Buch von Solomon Northup, zollt McQueen dem tragischen Schicksal des freien Afro-Amerikaners auf der Kinoleinwand Tribut.

Mit seinem dritten Werk schenkt er dem Zuschauer einen bestialisch-realistischen Blick auf die Sklaverei, die sich erschütternd, berührend und mit all ihrer unmenschlichen Härte offenbart. Das Drehbuch von John Ridley bringt das schicksalhafte Leben von Solomon Northup direkt und unverschönt auf die Leinwand. Die gelebte Brutalität der Sklaveneigner wird gnadenlos in Szene gesetzt. Dabei vermischen sich am Rande die universellen Themen um Identität, Verrat und Glauben an eine gute Wendung mit dem tragischen Schicksal der Hauptfigur. Durch die Augen von Solomon Northup (Chiwetel Ejofor), der um 1841 nach Louisiana verfrachtet und dort versklavt wird, durchlebt der Zuschauer fast fühlbar die Sklaverei am eigenen Körper mit. Faszinierend und zugleich verstörend passiert das Leben des sensibel und intelligenten Mannes Revue. In nahezu authentischen Bildern stellt sich die Sklaverei als globales System dar, das ihrer eigenen brutalen Infrastruktur folgt. Die Sklaven werden wie Vieh per Schiff verfrachtet, auf dem Markt verkauft und als Leibeigene unter unmenschlichen Umständen gehalten und missbraucht. Ganze Familien werden ausgebeutet, durch die unmenschlichen Lebensumstände zerstört und letztendlich vernichtet. Dabei setzt McQueen auf klare Bilder und akustische Mittel, um jeden einzelnen Peitschenhieb erschütternd bis ins Mark widerhallen zu lassen. In Großaufnahmen werden die blutenden Wunden auf den ausgemergelten Körpern gezeigt, dessen Schmerzen selbst für den Zuschauer unerträglich werden. Der dramatisch anschwellende Soundtrack von Hans Zimmer dient zur Unterstützung der optischen Reize und rührt in den letzten Sequenzen zu Tränen. Die Bilder der Peinigungen, Misshandlungen und notdürftigen Bestattungen der Schwarzen graben sich tief ins Gedächtnis der Zuschauer ein und hallen selbst nach Filmende lange nach. Nicht zuletzt durch die langen Kameraeinstellungen der Felicity Plantage in Vacherie und der Magnolia Plantation in Schriever von Kameramann Sean Bobbitt, bekommt der Zuschauer ein Gefühl für die Weite des Landes, auf denen die Sklaven bis zum Tode arbeiten mussten.
Die Darsteller können allesamt mit Meisterleistungen glänzen. Chiwetel Ejofor brilliert als Hauptfigur, wenn er sein facettenreiches Schauspiel mit viel Gefühl zur Schau trägt. Michael Fassbender („Shame“) als gnadenloser Sklaventreiber Edwin Epps sowie Benedict Cumberbatch („Sherlock“) als Master William Ford bieten ein gelungenes Schauspielensemble, das der Geschichte Tiefe und Dramatik verleiht. Brad Pitt, der hinter der Kamera als Produzent agiert, wechselt in die Rolle des herzlichen Samariters, der zur Rettung beiträgt.

Fazit: Steve McQueens „12 Years a Slave“ ist aufgrund seiner Thematik kein schöner Film. Aber es handelt sich um beeindruckendes und weltbewegenden Meisterwerk, das mehr als einen Oscar verdient hat, weil es den Zuschauer 133 Minuten lang mit einer realen Begebenheit fasziniert und emotional ergreift.

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Bilder © Tobis Film